Projekte (aktuell)

Regenerationsmanagement – Podcast auf SportsAndScience.de

Regeneration im Sport

Schnelle und effektive Regeneration wird im Sport dann wichtig wenn viele Trainingseinheiten und Wettkämpfe die Zeit zum Regenerien limitieren. Doch wie misst man „Regeneration“, „Erholtheit“ oder „Belastung“?

In diesem Podcast von Billy Sperlich auf Sports And Science.de stellt Thimo Wiewelhove von der IST-Hochschule in Düsseldorf  das Projekt REGman - Regenerationsmanagement im Spitzensport und Studienergebnisse vor und erklärt wie „Regeneration“ gemessen werden kann, sowie welche Erholungsstrategien kurz- und mittelfristig je nach Sportart und Zielstellung optimal sind.

(sportartspezifische) Talententwicklung – sportartspezifische Entwicklungsverläufe des leichtathletischen Nachwuchses

Die Abteilung Theorie und Praxis der Sportarten führt in Kooperation mit der Leichtathleti-kabteilung des USC Mainz bereits seit 2016 regelmäßige Untersuchungen zur sportlichen Leistungsfähigkeit der Kinder im Altersbereich U10 bis U14 im Rahmen einer Langzeitstudie durch.
Die Nachwuchsathlet*innen absolvieren in Kleingruppen zweimal jährlich zehn verschiede-ne Tests zur Leistungsfähigkeit in den Bereichen lokomotorische Koordination, Ausdauer, sowie Schnelligkeit und Schnellkraft der oberen und unteren Extremität. Neben den reinen Testleistungen wurden weitere Kenngrößen wie Bodenkontaktzeiten beim Sprint und Weit-sprung, Schrittlängen und die Absprungkraft wissenschaftlich ausgewertet.
Der stetig wachsender Datensatz erlaubt individuelle Entwicklungsverläufe, sowie das Er-stellen von Stärken-Schwächen-Profilen in Form von Netzdiagrammen. Diese orientieren sich prozentual an der jeweils besten Leistung innerhalb eines Jahrgangs und Geschlechts. Ausgehend davon können in Zusammenarbeit mit den Trainer*innen wertvolle Informatio-nen in die Trainingspraxis transferiert werden.

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„MeinSport – probieren, trainieren, ein Leben lang!“

Sportliche Höchstleistungen sind das Ergebnis eines langfristigen, pädagogisch geführten Leistungsaufbaus (LLA), der in den meisten Sportarten bereits im Kindesalter beginnt und die Grundlagen für zukünftige, international konkurrenzfähige Spitzenleistungen schafft. Aus sportpolitischer Sicht soll der Nachwuchsleistungssport eine Spitzenposition Deutschlands im internationalen Vergleich sichern und den Stellenwert des Leistungssports in der Gesellschaft erhöhen (Deutscher Olympischer Sportbund, 2013). Um dies zu erreichen, gilt es, sportlich talentierte Kinder und Jugendliche zu finden und sie unter Berücksichtigung ihrer individuellen Entwicklung für ein dauerhaftes wettkampf- und leistungsbezogenes Engagement im Sportverein zu begeistern.

Die langfriste Partizipation von Kindern und Jugendlichen am Sport gelingt vor allem durch Ausprobieren verschiedener Sportarten, das vielfältige Sammeln von Bewegungserfahrungen und das eigenständige Entwickeln von Bewegungsideen. Vor dem Hintergrund aktueller Theoriepositionen und der Wirksamkeit bestehender Talentsichtungsprogramme wird ein Forschungsdesiderat dahingehend abgeleitet, dass vor allem bezüglich der ersten Phase der Talententwicklung, d. h. des Zugangs zum Sport und der Entdeckung des Sports, ein Erkenntnisdefizit besteht. Dieses ergibt sich aus einer bislang vernachlässigten Einbeziehung der Kindperspektive und einem Mangel an interdisziplinären, dynamisch-interaktionistischen Forschungsansätzen mit einer Breite an methodischen Zugängen (Methodenpluralismus) (Baker et al., 2019).

In Kooperation mit dem Landessportbund Rheinland-Pfalz und dem Ministerium für Bildung RLP führt die Abteilung Theorie und Praxis der Sportarten in diesem Halbjahr ein Projekt zur Bewegungsförderung im Ganztag durch. Unter dem Motto „MeinSport – probieren, trainieren, ein Leben lang!“ soll Kindern an unseren sechs Partnergrundschulen mit Ganztagskonzept im Großraum Mainz zwischen August und Dezember 2020 an zwei Nachmittagen in der Woche ein qualitativ hochwertiges Bewegungsangebot zur Verfügung gestellt werden. Dieses soll Zugang zu vielfältigem Sporttreiben bieten und individuelle Interessen stärken. Vor allem die sportpädagogische Forschung legt nahe, dass interessenorientierte Sportangebote wesentlich dazu beitragen können, mehr Kinder für ein dauerhaftes, auch leistungs-sportliches Engagement im Sportverein zu begeistern. Aus diesem Grund wurden in Kooperation mit der Abteilung Sportpädagogik/ -didaktik des Instituts für Sportwissenschaft pädagogisch hochwertvolle Interventionen entwickelt, die im Rahmen des MeinSport-Projektes von insgesamt 12 Studierenden (MeinSport-Coaches) über einen Zeitraum von 12-15 Wochen durchgeführt werden.

Methodisch soll eingangs neben dem Interesse (Interviews) und den individuellen Bewegungspräferenzen (digital gestützte Befragung) auch die sportliche Vergangenheit der Kinder und Ihrer Eltern (Fragebögen) sowie die sportmotorische Leistung erfasst werden. Mit Hilfe des theoriegeleiteten Forschungsrahmens soll der Einfluss eines interessenorientierten Sportangebots auf die sportmotorischen Leistungsvoraussetzungen, das Interesse, die Bewegungs-/Sportartpräferenz und die Motivation sowie deren Wechselbeziehung untersucht werden.

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Regenerationsmanagement im Spitzensport

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Wie erholen sich Leistungssportler am besten?

Schnelle und effektive Regeneration wird im Leistungssport angesichts ausufernder Wettkampfkalender und hoher Trainingsbelastungen immer wichtiger, um konstant hohe Leistungen zu gewährleisten. Dies sehen auch die Spitzenverbände des deutschen Sports und ihr Dachverband, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), so. Außerdem erblicken sie hier ein Defizit an wissenschaftlich fundierten Empfehlungen, nach denen sich Spitzenathleten und -athletinnen richten können.

In Anbetracht dieses Unterstützungsbedarfes konzipierte das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) in Bonn eine Ausschreibung im Rahmen der Umsetzung des Forschungsprogramms für das Wissenschaftliche Verbundsystem im Leistungssport (WVL). Auf das Vorhaben mit dem Titel Optimierung von Training und Wettkampf: Regenerationsmanagement im Spitzensport, kurz REGman, konnten sich zur Jahreswende 2011/12 deutsche Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bewerben. Den Zuschlag für dieses umfangreiche Projekt erhielt die Universität des Saarlandes für einen gemeinsamen Antrag mit der Ruhr-Universität Bochum und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Dem interdisziplinären Forschungsteam gehören mit dem Sportmediziner Professor Tim Meyer von der Uni des Saarlandes, den Trainingswissenschaftlern Professor Mark Pfeiffer aus Mainz und Professor Alexander Ferrauti von der Universität Bochum sowie dem Bochumer Sportpsychologen Professor Michael Kellmann vier in der Spitzensportforschung anerkannte Wissenschaftler an.

In den ersten vier Jahren von 2012 bis 2016 hat das REGman-Forscherteam das Forschungsfeld Regenerationsmanagement mit Blick auf den Spitzensport aufgearbeitet. In mehr als 15 Teilstudien, die in enger Kooperation mit Leistungssportlern, Olympiastützpunkten und verschiedenen Spitzensportverbänden realisiert werden konnten, haben die Wissenschaftler das aktuelle Wissen zur Diagnostik des Erholungsbedarfs und des Beanspruchungszustands sowie zu Möglichkeiten der Regenerationsförderung gesichtet und maßgeblich erweitert. Die zahlreichen Handlungsempfehlungen wurden aktiv und kontinuierlich über verschiedenste Formate und Medien in Richtung Sportpraxis und Sportwissenschaft weitergegeben (Broschüre Regenerationsmanagement im Spitzensport (PDF, 25MB, Datei ist nicht barrierefrei).

REGman wird bis Ende 2020 verlängert

Die Notwendigkeit zur Fortsetzung der REGman-Forschung ergibt sich gleichermaßen aus wissenschaftlicher wie aus sportfachlicher Sicht. Letztere äußerte sich in zahlreichen Nachfragen aus den Spitzenverbänden und der Trainingspraxis während der ersten Projektphase. Demnach bedürfen besonders die ausgeprägte Individualität von Beanspruchungs- und Regenerationsprozessen und die Möglichkeiten einer Typisierung von individuellen Athletenprofilen einer weiteren Aufklärung und konkreter Handlungsleitfäden für die Praxis. Dies sind Problemstellungen im fortgesetzten Projekt, die nur mit individuellen Längsschnittanalysen auf der Basis von engmaschigem Athletenmonitoring und damit einer aktiven Beteiligung von Trainern und Athleten zu beantworten sind.

REGman – Videowettbewerb des BISP

Sehr erfreulich ist daher das große Interesse der Sportpraxis am Fortsetzungsprojekt REGman, auch verbunden mit der Bereitschaft, sich aktiv in die Durchführung einzubringen. Es zeichnet sich ab, dass das bereits in der ersten REGman-Phase aufgebaute umfangreiche Praxisnetzwerk noch weiter ausgebaut werden kann: 10 Spitzenverbände, ein internationaler Fachverband und drei Olympiastützpunkte haben ihre Kooperation bereits zugesagt und weitere Anfragen gehen fast täglich ein.

2. REGman-Workshop - Bericht, Broschüre und Videos

Für das Projektteam und für das BISp stehen daher auch in der Verlängerung von REGman nach wie vor die unbedingte Praxisrelevanz und der direkte Transfer in den Leistungssport an oberster Stelle. Die Projektkonzeption setzt unmittelbar an den Bedarfen der Praxis an: So sollen insbesondere die Arbeiten zur Individualisierung von Diagnostik, Ermüdungsbeurteilung und Regenerationsinterventionen weiter verfolgt und ausgebaut werden. Dieser Schwerpunkt ist handlungsleitend für die Bearbeitung der einzelnen Projektteile zum Ermüdungsmonitoring (Teil I), zur Reproduzierbarkeit der individuellen Response (Teil II), zur Sportartspezifik (Teil III) und letztlich maßgeblich für eine geplante Aggregierung zahlreicher Fallanalysen (Teil IV). Sehr praxisorientiert ist auch die im Projekt entwickelte und eingesetzte IT-Anwenderlösung „Regenerationsmanagement durch Athletenmonitoring“ (REGmon), mit der die erforderlichen individuellen Längsschnittdaten alltagstauglich gesammelt, anwendungsbezogen aufbereitet und zielgerichtet analysiert werden können. Hervorzuheben ist weiterhin das projektbegleitende Transferkonzept, das eine verstärkte regelmäßige und adressatengerechtere Kommunikation in die verbandsspezifische und verbandsübergreifende Sportpraxis durch unterschiedliche Distributionswege und einen eigens berufenen Kommunikationsbeauftragten der Arbeitsgruppe vorsieht.

 

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Ansprechpartner
David Ochmann
Christian Rasche
Prof. Dr. Mark Pfeiffer

 

 

 

 

 

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